Beispiele / 02

Wirkfläche mit vier Faktoren und drei Zielgrößen: eine Wirkstoffsynthese

Ein Screening hat vier Faktoren einer Kupplungsreaktion als wirksam ausgewiesen. Jetzt geht es nicht mehr darum, ob sie wirken, sondern wo sie gut stehen — für drei Zielgrößen zugleich, die sich nicht einig sind: Mehr Temperatur und mehr Katalysator bringen Ausbeute, aber auch Nebenprodukt und Palladium im Produkt.

Plan
Zentral zusammengesetzt, drehbar (α = 2)
Einzelexperimente
16 + 8 + 6 = 30
Faktoren
4, ohne Nebenbedingungen
Zielgrößen
Ausbeute, Nebenprodukt, Restpalladium

Die Messwerte sind simuliert. Sie stammen aus drei Modellen, die wir selbst festgelegt haben, plus Zufallsstreuung — so lässt sich am Ende prüfen, ob die Auswertung findet, was wirklich drinsteckt. Alle Tabellen und Diagramme sind mit DoEStat gerechnet und gezeichnet.

Schritt 1 / Aufgabe

Vier Faktoren, drei Ziele, ein Kompromiss

Untersucht wird die letzte Stufe einer Wirkstoffsynthese, eine palladiumkatalysierte Kupplung. Die vier Faktoren sind Temperatur, Reaktionszeit, Katalysatormenge und die Äquivalente der Base. Drei Größen werden an jedem Ansatz gemessen:

  • Ausbeute in Prozent — zu maximieren; unter 80 % ist der Ansatz unbrauchbar, ab 90 % ist das Ziel voll erreicht.
  • Nebenprodukt in Prozent — zu minimieren; höchstens 2,0 %, ideal 1,0 % oder weniger.
  • Restpalladium in ppm — zu minimieren; höchstens 30 ppm, ideal 15 ppm oder weniger. Diese Größe zählt in der Abwägung ein Drittel so viel wie die beiden anderen, weil eine nachgeschaltete Reinigung sie noch senken kann.
FaktorEinheit−α−10+1+α
Temperatur°C60708090100
Reaktionszeith1,02,03,04,05,0
Katalysatormol-%0,501,001,502,002,50
Baseeq1,502,002,503,003,50

Es gibt keine Nebenbedingungen: jede Kombination der Stufen lässt sich fahren, auch die äußersten. Das ist die Voraussetzung für einen Standardplan.

Schritt 2 / Plan

Ein zentral zusammengesetzter Plan, und was er vor dem ersten Einzelexperiment verspricht

Um ein Optimum im Inneren zu finden, muss das Modell Krümmung beschreiben können — also quadratische Terme enthalten, und dafür braucht jeder Faktor mehr als zwei Stufen. Der zentral zusammengesetzte Plan liefert das mit wenig Aufwand: 16 Würfelpunkte (alle Kombinationen von −1 und +1), 8 Sternpunkte (je ein Faktor auf ±α, die anderen in der Mitte) und 6 Wiederholungen im Zentrum. Mit α = 2 ist der Plan drehbar: die Vorhersage ist in jeder Richtung gleich weit vom Zentrum gleich genau. Die Sternpunkte liegen außerhalb des Würfels; deshalb sind die Stufen ±1 so gelegt, dass auch ±α noch im sicheren Bereich liegt.

Was der Plan kann, lässt sich prüfen, bevor ein einziger Ansatz gefahren ist:

TermgruppeTrennschärfe bei 1 σTrennschärfe bei 2 σVIF
Haupteffekte99,5100,01,00
Wechselwirkungen96,2100,01,00
Quadratische Terme99,8100,01,05

Die Varianzinflation (VIF) von 1,00 bis 1,05 sagt, dass sich die 14 Modellterme praktisch nicht gegenseitig stören. Ein Effekt von der Größe einer Standardabweichung wird je nach Termgruppe mit 96 bis über 99 % Wahrscheinlichkeit erkannt. Der Plan trägt das volle quadratische Modell mit 15 Freiheitsgraden Reserve, fünf davon als reiner Fehler aus den Zentrumsversuchen.

Versuchsplan und Messwerte

Die Einzelexperimente stehen in der zufälligen Reihenfolge, in der sie gefahren wurden.

EinzelexperimentPunktTemperatur [°C]Reaktionszeit [h]Katalysator [mol-%]Base [eq]Ausbeute [%]Nebenprodukt [%]Restpalladium [ppm]
1Würfel704,01,002,0077,11,3816,0
2Würfel704,02,002,0081,11,6934,0
3Würfel702,01,002,0069,41,1314,0
4Zentrum803,01,502,5086,81,7423,7
5Würfel904,02,002,0086,93,2240,0
6Stern803,01,501,5078,31,9429,6
7Stern803,02,502,5082,21,5250,1
8Stern603,01,502,5069,71,3621,8
9Zentrum803,01,502,5084,61,4622,9
10Würfel702,02,002,0073,41,4136,0
11Stern801,01,502,5075,40,9323,4
12Würfel904,01,003,0079,12,5116,3
13Stern803,01,503,5085,31,1119,0
14Zentrum803,01,502,5086,41,6720,3
15Würfel902,02,002,0083,42,0339,4
16Würfel702,01,003,0071,00,8713,4
17Stern805,01,502,5086,32,1724,1
18Würfel902,01,003,0077,81,5019,6
19Würfel904,02,003,0087,72,6831,1
20Zentrum803,01,502,5085,91,5820,6
21Würfel902,02,003,0087,61,5333,1
22Würfel704,01,003,0078,50,9513,4
23Stern803,00,502,5072,51,3814,4
24Würfel702,02,003,0075,61,1232,3
25Zentrum803,01,502,5086,91,6224,3
26Würfel902,01,002,0074,81,8321,0
27Würfel904,01,002,0078,93,0420,9
28Zentrum803,01,502,5087,31,6323,8
29Stern1003,01,502,5082,03,5426,8
30Würfel704,02,003,0083,71,1931,1

Schritt 3 / Modellwahl

Welche Ordnung, welche Terme

Zuerst die Frage nach der Modellordnung. DoEStat vergleicht für jede Zielgröße das lineare Modell, das Modell mit Wechselwirkungen und das quadratische: Bringt die nächste Ordnung signifikant mehr (sequenzielles p), und passt das Modell dann zu den Wiederholungen (Anpassungsmangel)? Für die Ausbeute:

ModellordnungSequenzielles pAnpassungsmangel pR² korr.R² VorhersageVorschlag
Linear< 0,00010,00190,57030,5237
+ Wechselwirkungen0,78490,00120,51460,4586
+ quadratische Terme< 0,00010,46920,97010,9312✓

Das lineare Modell erklärt gut die Hälfte der Streuung und zeigt klaren Anpassungsmangel. Die Wechselwirkungen allein helfen nicht, die quadratischen Terme aber sehr: erst mit ihnen verschwindet der Anpassungsmangel. Bei Nebenprodukt und Restpalladium fällt die Entscheidung genauso aus.

Modellordnung für Nebenprodukt und Restpalladium
ModellordnungSequenzielles pAnpassungsmangel pR² korr.R² VorhersageVorschlag
Linear< 0,00010,00420,78000,7079
+ Wechselwirkungen0,10150,00650,82590,8171
+ quadratische Terme< 0,00010,90950,98860,9805✓
ModellordnungSequenzielles pAnpassungsmangel pR² korr.R² VorhersageVorschlag
Linear< 0,00010,09530,89350,8685
+ Wechselwirkungen0,78520,06760,87970,8643
+ quadratische Terme< 0,00010,82120,97440,9516✓

Das volle quadratische Modell hat 14 Terme. Nicht jede Zielgröße braucht alle. DoEStat entfernt rückwärts, was nicht signifikant ist (p-Wert, α = 0,05), und hält dabei die Hierarchie ein: ein Haupteffekt bleibt, solange ein Quadrat oder eine Wechselwirkung ihn enthält. Jede Zielgröße bekommt ihr eigenes Modell:

ZielgrößeTerme im ModellR²R² korr.R² VorhersageReststreuung sAnpassungsmangel pAdäquate Präzision
Ausbeute [%]100,98130,97150,94370,9870,517732,8
Nebenprodukt [%]70,98860,98500,97710,08270,729862,5
Restpalladium [ppm]40,97060,96590,96011,650,623355,6

Die Ausbeute behält zehn Terme, das Nebenprodukt sieben, das Restpalladium vier. Für alle drei liegt das Bestimmtheitsmaß für die Vorhersage über 0,94 und nah am korrigierten — die Modelle beschreiben nicht nur die 30 Ansätze, sie sagen auch neue vorher. Die adäquate Präzision, das Verhältnis von Signal zu Rauschen, liegt weit über dem Richtwert von 4.

Schritt 4 / Modelle prüfen

Varianzanalyse, Koeffizienten, Residuen

Die Varianzanalyse der Ausbeute zerlegt die Streuung: was das Modell erklärt, Term für Term, und was übrig bleibt — geteilt in Anpassungsmangel und reinen Fehler aus den sechs Zentrumsversuchen.

QuelleQuadratsummedfMittleres QuadratFp
Modell972,41097,2499,89< 0,0001
Temperatur210,01210,0215,77< 0,0001
Reaktionszeit159,11159,1163,47< 0,0001
Katalysator217,21217,2223,12< 0,0001
Base37,50137,5038,52< 0,0001
Temperatur × Reaktionszeit30,25130,2531,07< 0,0001
Temperatur × Katalysator18,49118,4918,990,0003
Temperatur²183,91183,9188,95< 0,0001
Reaktionszeit²49,22149,2250,56< 0,0001
Katalysator²134,51134,5138,19< 0,0001
Base²33,31133,3134,22< 0,0001
Residuen18,50190,9735
Anpassungsmangel13,83140,98771,060,5177
Reiner Fehler4,66850,9337
Gesamt990,929

Der Anpassungsmangel ist nicht signifikant (p = 0,52): was das Modell nicht erklärt, ist nicht größer als die Streuung zwischen identischen Ansätzen. Die Koeffizienten in kodierten Einheiten:

TermKoeffizient (kodiert)Standardfehlertp95-%-KI unten95-%-KI oben
Konstante86,320,4028214,29< 0,000185,4787,16
Temperatur2,9580,201414,69< 0,00012,5373,380
Reaktionszeit2,5750,201412,79< 0,00012,1532,997
Katalysator3,0080,201414,94< 0,00012,5873,430
Base1,2500,20146,21< 0,00010,82851,672
Temperatur × Reaktionszeit−1,3750,2467−5,57< 0,0001−1,891−0,8587
Temperatur × Katalysator1,0750,24674,360,00030,55871,591
Temperatur²−2,5900,1884−13,75< 0,0001−2,984−2,195
Reaktionszeit²−1,3400,1884−7,11< 0,0001−1,734−0,9453
Katalysator²−2,2150,1884−11,76< 0,0001−2,609−1,820
Base²−1,1020,1884−5,85< 0,0001−1,496−0,7078

Alle vier Faktoren heben die Ausbeute, und alle vier haben ein negatives Quadrat: zu viel des Guten kostet wieder. Die Wechselwirkung Temperatur × Reaktionszeit ist negativ — lange und heiß schadet —, Temperatur × Katalysator positiv.

Varianzanalyse und Koeffizienten für Nebenprodukt und Restpalladium
QuelleQuadratsummedfMittleres QuadratFp
Modell13,0571,864272,50< 0,0001
Temperatur6,99816,9981022,97< 0,0001
Reaktionszeit2,48312,483362,98< 0,0001
Katalysator0,156810,156822,92< 0,0001
Base1,05811,058154,71< 0,0001
Temperatur × Reaktionszeit0,940910,9409137,53< 0,0001
Temperatur²1,31111,311191,63< 0,0001
Katalysator²0,0354710,035475,180,0329
Residuen0,1505220,006841
Anpassungsmangel0,1064170,0062570,710,7298
Reiner Fehler0,0441350,008827
Gesamt13,2029
TermKoeffizient (kodiert)Standardfehlertp95-%-KI unten95-%-KI oben
Konstante1,5810,0238866,21< 0,00011,5311,630
Temperatur0,54000,0168831,98< 0,00010,50500,5750
Reaktionszeit0,32170,0168819,05< 0,00010,28670,3567
Katalysator0,080830,016884,79< 0,00010,045820,1158
Base−0,21000,01688−12,44< 0,0001−0,2450−0,1750
Temperatur × Reaktionszeit0,24250,0206811,73< 0,00010,19960,2854
Temperatur²0,21470,0155113,84< 0,00010,18250,2469
Katalysator²−0,035310,01551−2,280,0329−0,06748−0,003150
QuelleQuadratsummedfMittleres QuadratFp
Modell22334558,3206,08< 0,0001
Temperatur70,73170,7326,11< 0,0001
Katalysator190511905703,04< 0,0001
Base113,51113,541,91< 0,0001
Katalysator²144,41144,453,29< 0,0001
Residuen67,73252,709
Anpassungsmangel52,81202,6400,880,6233
Reiner Fehler14,9252,984
Gesamt230129
TermKoeffizient (kodiert)Standardfehlertp95-%-KI unten95-%-KI oben
Konstante23,420,388060,37< 0,000122,6224,22
Temperatur1,7170,33605,11< 0,00011,0252,409
Katalysator8,9080,336026,51< 0,00018,2169,600
Base−2,1750,3360−6,47< 0,0001−2,867−1,483
Katalysator²2,2390,30677,30< 0,00011,6072,871
Residuen der Ausbeute über den vorhergesagten Werten: die Punkte streuen gleichmäßig um die Nulllinie.
Residuen gegen VorhersageKeine Struktur: die Streuung ist über den ganzen Bereich der Ausbeute gleich.
Normal-Quantil-Diagramm der standardisierten Residuen der Ausbeute: die Punkte folgen der Geraden.
Normalverteilung der ResiduenDie Punkte folgen der Geraden — eine Transformation der Ausbeute ist nicht nötig.

Schritt 5 / Wirkflächen

Was die Modelle zeigen

Ein Modell mit vier Faktoren lässt sich nicht als ein Bild zeichnen. Man schneidet: zwei Faktoren auf den Achsen, die anderen beiden auf einem festen Wert — hier auf dem der späteren optimalen Einstellung, die als blau umrandeter Punkt markiert ist. Die grauen Ringe sind die Versuchspunkte des Plans.

Konturdiagramm der Ausbeute über Temperatur und Katalysator: geschlossene Höhenlinien um ein Maximum von gut 88 Prozent bei etwa 86 Grad und 1,9 Molprozent; die markierte optimale Einstellung liegt links unterhalb davon bei 76 Grad und 1,5 Molprozent.
Ausbeute: Temperatur × KatalysatorDie Ausbeute allein hätte ihr Maximum weiter rechts oben. Der markierte Kompromiss liegt gut zwei Prozentpunkte darunter.
Dreidimensionale Wirkfläche der Ausbeute über Temperatur und Katalysator: ein Hügel, der nach allen Seiten abfällt.
Dieselbe Fläche in 3DEin Hügel: die negativen Quadrate beider Faktoren begrenzen ihn nach allen Seiten.
Konturdiagramm des Nebenprodukts über Temperatur und Reaktionszeit: die Werte steigen von links unten nach rechts oben stark an, die Linien sind gekrümmt.
Nebenprodukt: Temperatur × ReaktionszeitHeiß und lang treibt das Nebenprodukt — genau die Richtung, in der die Ausbeute zunächst noch steigt.
Konturdiagramm des Restpalladiums über Katalysator und Base: die Werte steigen mit dem Katalysator stark an und fallen mit der Base leicht.
Restpalladium: Katalysator × BaseFast nur der Katalysator bestimmt, wie viel Palladium im Produkt bleibt; mehr Base senkt es etwas.
Vorhersageprofil der Ausbeute: vier nebeneinander liegende Kurven zeigen die vorhergesagte Ausbeute über Temperatur, Reaktionszeit, Katalysator und Base, mit Vertrauensband; jede Kurve ist ein nach unten geöffneter Bogen, die aktuelle Einstellung ist mit 86,0 Prozent markiert.
Vorhersageprofil der AusbeuteVon links: Temperatur, Reaktionszeit, Katalysator, Base, jeweils in kodierten Einheiten (−1 bis +1). Je Faktor ein Schnitt durch die Fläche an der optimalen Einstellung, mit Vertrauensband. In DoEStat lassen sich die Einstellungen verschieben; alle Kurven ziehen mit.

Schritt 6 / Optimierung

Drei Ziele in einer Zahl: die Wünschbarkeit

Drei Flächen, die in verschiedene Richtungen zeigen, lassen sich nicht mit dem Auge übereinanderlegen. Die Wünschbarkeit macht aus jeder Zielgröße eine Zahl zwischen 0 (Vorgabe verfehlt) und 1 (Ziel voll erreicht) und fasst die drei zu einer Gesamtwünschbarkeit D zusammen, gewichtet nach Wichtigkeit. Fällt eine einzige Zielgröße durch, ist D null — einen schlechten Wert kann kein guter aufwiegen. DoEStat sucht die Einstellung mit dem größten D innerhalb des Würfels; die Sternpunkte haben dem Modell gedient, gefahren werden soll im abgesicherten Kern.

FaktorEinstellungEinheitkodiert
Temperatur76,0°C−0,40
Reaktionszeit3,46h0,46
Katalysator1,500mol-%0,00
Base3,000eq1,00
ZielgrößeZielVorhersage95-%-Vertrauensbereich95-%-VorhersagebereichWünschbarkeit dWahrer Wert
Ausbeute [%]maximieren (80,0 → 90,0)86,0185,20 … 86,8283,79 … 88,230,60185,63
Nebenprodukt [%]minimieren (2,00 → 1,00)1,2911,228 … 1,3541,109 … 1,4740,7091,299
Restpalladium [ppm]minimieren (30,0 → 15,0)20,5519,46 … 21,6516,99 … 24,120,63021,39

Die Gesamtwünschbarkeit beträgt 0,65. Der Kompromiss ist gut abzulesen: Die Temperatur bleibt mit 76 °C deutlich unter dem Ausbeutemaximum, weil das Nebenprodukt sonst steigt; der Katalysator steht in der Mitte, weil mehr davon Palladium ins Produkt trägt; die Base steht am oberen Rand, weil sie allen drei Zielen hilft. Eine zweite, fast gleich gute Einstellung (D = 0,64) liegt bei 74 °C und vier Stunden — kälter und länger. Solche Alternativen weist DoEStat mit aus; welche man nimmt, entscheidet die Anlage.

Rampendiagramm: oben vier Schieber für die Faktoren mit der optimalen Einstellung, darunter für jede der drei Zielgrößen eine Rampe mit dem vorhergesagten Wert als Punkt, ganz unten ein Balken für die Gesamtwünschbarkeit 0,649.
RampenJede Zielgröße auf ihrer Rampe: wo der Punkt steht, so weit ist das Ziel erreicht.
Overlay-Diagramm über Temperatur und Katalysator: ein gelber zulässiger Bereich, begrenzt rechts durch die Linie Nebenprodukt gleich 2 und oben durch Restpalladium gleich 30; ein Fadenkreuz markiert die optimale Einstellung im Inneren.
Overlay: das zulässige FensterGelb ist, wo alle drei Vorgaben eingehalten sind. Die Einstellung liegt mit Abstand zu den Grenzen im Fenster.

Alle Zielgrößen in einem Bild

Das Overlay zeigt nur die Grenzen. Die überlagerte Darstellung legt zusätzlich die Höhenlinien jeder Zielgröße in ihrer eigenen Farbe übereinander: man sieht nicht nur, wo das Fenster liegt, sondern auch, wie sich jede Zielgröße darin verhält. Die kräftigen Linien sind die Grenzen — durchgezogen eine Untergrenze, gestrichelt eine Obergrenze —, der hinterlegte Bereich ist der Sweet Spot, der Punkt das Optimum. Die Bilder reichen über den Würfel hinaus bis zu den Sternpunkten, damit die Grenzen ganz zu sehen sind.

Überlagertes Konturdiagramm über Temperatur und Katalysator: blaue Höhenlinien der Ausbeute, rote des Nebenprodukts, grüne des Restpalladiums. Ein hinterlegter Bereich wird links und unten von der kräftigen blauen Linie Ausbeute gleich 80 begrenzt, rechts von der gestrichelten roten Linie Nebenprodukt gleich 2 und oben von der gestrichelten grünen Linie Restpalladium gleich 30; das Optimum liegt als Punkt in seiner Mitte.
Temperatur × KatalysatorDrei Zielgrößen, drei Grenzen, ein Fenster: unten und links fehlt Ausbeute, rechts ist zu viel Nebenprodukt, oben zu viel Palladium.
Überlagertes Konturdiagramm über Temperatur und Reaktionszeit: der hinterlegte Bereich liegt zwischen der kräftigen blauen Linie Ausbeute gleich 80 unten links und der gestrichelten roten Linie Nebenprodukt gleich 2 oben rechts; die grünen Linien des Restpalladiums verlaufen senkrecht.
Temperatur × ReaktionszeitHeiß und lang überschreitet das Nebenprodukt; kalt und kurz reicht die Ausbeute nicht. Das Palladium hängt von der Zeit gar nicht ab — seine Linien stehen senkrecht.
Überlagertes Konturdiagramm über Katalysator und Base: der hinterlegte Bereich wird links und unten von der kräftigen blauen Linie Ausbeute gleich 80 und rechts von der gestrichelten grünen Linie Restpalladium gleich 30 begrenzt; das Optimum liegt bei 1,5 Molprozent Katalysator und 3 Äquivalenten Base.
Katalysator × BaseMehr Katalysator stößt an die Palladiumgrenze, weniger an die der Ausbeute. Mehr Base schiebt beide Grenzen auseinander — deshalb steht sie am oberen Rand.

Alle drei Schnitte gehen durch das Optimum, und in allen dreien liegt es mit Abstand zu den Grenzen. Das ist die zweite Auskunft der Bilder: nicht nur die beste Einstellung, sondern wie viel Spielraum sie in jeder Richtung hat.

Schritt 7 / Bestätigung

Drei Ansätze an der empfohlenen Einstellung

Eine Vorhersage ist eine Behauptung, bis sie nachgefahren ist. Drei Bestätigungsansätze an der optimalen Einstellung, gegen den 95-%-Vorhersagebereich für einen einzelnen Ansatz:

ZielgrößeVorhersage95-%-VorhersagebereichBestätigung 1Bestätigung 2Bestätigung 3Gemeinsamer Test p
Ausbeute [%]86,0183,79 … 88,2385,285,686,80,7347
Nebenprodukt [%]1,2911,109 … 1,4741,191,231,310,6122
Restpalladium [ppm]20,5516,99 … 24,1220,922,421,60,6754

Ergebnis: Alle neun Messwerte liegen im Vorhersagebereich, kein gemeinsamer Test schlägt an. Die Einstellung liefert rund 86 % Ausbeute bei 1,3 % Nebenprodukt und gut 20 ppm Restpalladium.

Gegenprobe

Was wirklich in den Daten steckt

Die Tabelle stellt die wahren Koeffizienten, aus denen die Messwerte simuliert wurden, neben die geschätzten. Ein wahrer Wert von 0 heißt: diesen Term gibt es in Wirklichkeit nicht.

ZielgrößeTermWahrGeschätzt95-%-KI
AusbeuteKonstante86,086,385,5 … 87,2
AusbeuteTemperatur3,202,962,54 … 3,38
AusbeuteReaktionszeit2,402,572,15 … 3,00
AusbeuteKatalysator2,903,012,59 … 3,43
AusbeuteBase1,101,250,828 … 1,67
AusbeuteTemperatur × Reaktionszeit−1,40−1,38−1,89 … −0,859
AusbeuteTemperatur × Katalysator1,001,070,559 … 1,59
AusbeuteTemperatur²−2,60−2,59−2,98 … −2,20
AusbeuteReaktionszeit²−1,50−1,34−1,73 … −0,945
AusbeuteKatalysator²−1,90−2,21−2,61 … −1,82
AusbeuteBase²−0,800−1,10−1,50 … −0,708
NebenproduktKonstante1,601,581,53 … 1,63
NebenproduktTemperatur0,5500,5400,505 … 0,575
NebenproduktReaktionszeit0,3000,3220,287 … 0,357
NebenproduktKatalysator0,1000,08080,0458 … 0,116
NebenproduktBase−0,200−0,210−0,245 … −0,175
NebenproduktTemperatur × Reaktionszeit0,2500,2420,200 … 0,285
NebenproduktTemperatur²0,1800,2150,183 … 0,247
NebenproduktKatalysator²0−0,0353−0,0675 … −0,00315
RestpalladiumKonstante24,023,422,6 … 24,2
RestpalladiumTemperatur1,501,721,02 … 2,41
RestpalladiumKatalysator9,008,918,22 … 9,60
RestpalladiumBase−2,00−2,17−2,87 … −1,48
RestpalladiumKatalysator²2,002,241,61 … 2,87

Bei der Ausbeute hat die Auswertung genau die zehn Terme gefunden, die es gibt. Zwei Abweichungen sind lehrreich. Beim Nebenprodukt ist ein kleines Katalysator-Quadrat im Modell geblieben (p = 0,033), das es in Wahrheit nicht gibt — bei α = 0,05 und drei Zielgrößen mit je 14 Kandidaten ist ein solcher falscher Treffer zu erwarten, und er ist mit −0,035 ohne praktische Bedeutung. Beim Restpalladium ist umgekehrt die Wechselwirkung Katalysator × Base (wahr −1,2 ppm) im Rauschen untergegangen. An der optimalen Einstellung ändert beides nichts: die wahren Werte dort stehen in der letzten Spalte der Optimierungstabelle und liegen alle im Vorhersagebereich.

Projektdateien

Selbst nachfahren

Das Beispiel liegt DoEStat bei: Hilfe ▸ Beispielprojekt öffnen ▸ Wirkfläche (RSM) ▸ „Wirkfläche mit vier Faktoren und drei Zielgrößen: Wirkstoffsynthese“, einmal nur mit den Daten und einmal mit fertiger Auswertung. Dieselben Dateien gibt es hier zum Herunterladen.

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