Funktionen

Versuchspläne und Auswertung im Einzelnen

Alles ist im Grundumfang enthalten — es gibt keine Zusatzmodule und keine getrennt lizenzierten Erweiterungen.

01 / Versuchspläne

Der Plan, den Ihre Frage verlangt

Neunzehn Plantypen, ohne Zusatzmodul. Welcher passt, hängt davon ab, ob Sie Faktoren aussieben, eine Wirkungsfläche ausmessen, eine Rezeptur mischen oder gegen Störgrößen absichern wollen.

Screening

Viele Faktoren, wenige Läufe

  • Vollfaktoriell — alle Stufenkombinationen, 2k und gemischtstufig
  • Teilfaktoriell 2^(k−p) — mit Alias-Struktur und Auflösung III–V
  • Plackett-Burman — Haupteffekte in N = 8, 12, 20 oder 24 Läufen
  • Definitive Screening (DSD) — drei Stufen, quadratische Effekte bleiben trennbar
  • Min-Run Auflösung IV — äquireplizierte Fraktion, Haupteffekte frei von Zweifaktor-Wechselwirkungen
  • Min-Run Auflösung V — dieselbe Idee, zusätzlich Wechselwirkungen untereinander frei

Wirkungsflächen

Krümmung ausmessen

  • Central Composite (CCD) — rotierbar, flächenzentriert oder einbeschrieben
  • Box-Behnken — drei Stufen ohne Eckpunkte, wenn die Ecken unzulässig oder teuer sind

Wenn kein Standardplan passt: optimale Pläne

Ein Plantyp, vier Zielkriterien:

  • D-optimal — schärfste Koeffizienten insgesamt
  • A-optimal — kleinste mittlere Koeffizientenvarianz
  • I-optimal — kleinste mittlere Vorhersagevarianz über die Region
  • G-optimal — kleinste schlechteste Vorhersagevarianz

Gebaut per Koordinatenaustausch, mit Zwang zu bereits gelaufenen Läufen. Ist ein Faktor schwer einstellbar, wird daraus ein Split-Plot-Plan mit eigener Randomisierungsebene.

Mischungen

Wenn die Anteile sich zu eins summieren

  • Simplex-Lattice — Gitter {q,m} über dem Simplex
  • Simplex-Centroid — reine Komponenten und alle gleichteiligen Mischungen
  • Extreme Vertices (beschränkt) — Eckpunkte des Polytops, das Ober- und Untergrenzen aus dem Simplex schneiden, dazu Seitenflächen-Centroide
  • Mischung: Optimal — kriteriengesteuert, wenn die Region kein Standardgitter zulässt
  • Mischung × Prozess (gekreuzt) — Rezeptur und Prozessbedingungen als Tensorprodukt
  • Mischung + Gesamtmenge — wenn nicht nur das Verhältnis wirkt, sondern auch die Menge

Robust & speziell

Gegen Streuung und Struktur

  • Taguchi-Array (L4 … L36) — orthogonale Arrays, zwei-, drei- und gemischtstufig
  • Robust Parameter Design (Inner/Outer) — Steuerfaktoren gegen Störgrößen gekreuzt
  • Nested (hierarchisch) — Einheiten in Einheiten, etwa Charge → Probe → Messung
  • Latin Hypercube — raumfüllend, für Simulationen statt physischer Versuche

Augmentieren statt neu planen: Ein vorhandener Plan lässt sich erweitern — Fold-over gegen Aliasing, Axialpunkte machen aus einem zweistufigen Plan einen CCD, Punkte für den Lack-of-Fit-Test, oder eine kriteriengesteuerte Ergänzung, die die bereits gelaufenen Versuche festhält. Das ist kein eigener Plantyp, sondern ein Schritt auf dem, was Sie schon gemessen haben.

02 / Auswertung

Was aus den Messwerten wird

Ein Versuchsplan ist die halbe Arbeit. Die andere Hälfte ist die Frage, welche Effekte echt sind, ob das Modell trägt, wo das Optimum liegt — und wie sicher das alles ist.

Modell & Anpassung

  • Regression mit ANOVA — Koeffizienten, F-Tests, R², adjustiertes und vorhergesagtes R²
  • Lack-of-Fit-Test — trennt Modellfehler vom reinen Versuchsfehler, sofern Wiederholungen vorliegen
  • Modellwahl — Rückwärtselimination nach AIC/BIC, ohne die Hierarchie der Terme zu brechen
  • Box-Cox — schätzt die Transformation der Zielgröße über die Profil-Likelihood, mit Intervall für λ
  • Generalisierte Regression — Ridge-Pfad gegen schlecht konditionierte Modellmatrizen, Auswahl über AIC/AICc/BIC

Effekte trennen

  • Half-Normal-Plot — trennt echte Effekte vom Rauschen
  • Pareto-Diagramm — Effekte nach Größe, mit t- und Bonferroni-Grenze
  • Lenth-PSE — schätzt die Fehlerstreuung aus den Effekten selbst, wenn kein Freiheitsgrad dafür übrig ist
  • DSD-Zweistufen-Auswertung — Haupteffekte aus dem Fold-over-Raum, quadratische Terme aus dem Differenzraum

Diagnostik & Vorhersage

  • Residuenanalyse — studentisierte Residuen, Normal-QQ, Verlauf über Vorhersage und Versuchsreihenfolge
  • Einflussdiagnostik — Hebelwirkung, Cook's D, DFFITS
  • Multikollinearität — VIF je Term und Korrelationsmatrix der Effekte
  • Prognose mit Intervallen — Konfidenzintervall für den Mittelwert, Prognoseintervall für die Einzelmessung
  • Bestätigungsläufe — prüft, ob nachgemessene Läufe im Prognoseintervall des Modells liegen

Struktur & Verteilung

  • Split-Plot (REML) — eigene Fehlerebene für schwer einstellbare Faktoren
  • Split-Split-Plot (REML) — drei Randomisierungsebenen statt einer
  • Nested-ANOVA — Varianzkomponenten hierarchischer Einheiten, über EMS und REML
  • Gemischte Modelle — Zufallseffekte mit Wald-Inferenz auf die Varianzkomponenten
  • GLM binomial & Poisson — IRLS mit kanonischer Verknüpfung für Anteile und Zählungen
  • Mischungs-ANOVA — Scheffé-Modelle ohne Achsenabschnitt, dazu Mischungs-Traces

Optimierung & Robustheit

  • Desirability (Derringer-Suich) — mehrere Zielgrößen zu einer Gesamt-Wünschbarkeit, gewichtet
  • Pareto-Front — macht sichtbar, was ein Ziel das andere kostet
  • Profiler & Ramps — jede Größe auf eigener Spur; Faktor ziehen, Wirkung sofort sehen
  • Overlay / Sweet-Spot — der Bereich, in dem alle Spezifikationen gleichzeitig halten
  • Streuungsübertragung (POE) — die Streuung, die eine Zielgröße von ungenau eingestellten Faktoren erbt
  • Monte-Carlo — Verteilung, Fehlerrate und Cpk je Zielgröße
  • Robust Parameter Design — S/N-Kennzahlen und zweistufige Optimierung: erst die Streuung, dann die Lage

Den Plan bewerten

  • Power je Effekt — die Wahrscheinlichkeit, einen Effekt gegebener Größe auch zu finden
  • Wiederholungen aus Power — wie viele Replikate ein Zielniveau verlangt
  • Effizienzen & Vorhersagevarianz — D-, A-, G-Effizienz, FDS-Kurven, Vorhersagevarianz über die Region
  • Strategie-Vergleich — sequenziell screenen und dann verdichten, gegen einen einzigen großen Plan

Jede Methode folgt einer publizierten Standard-Referenz, die im Quellcode zitiert ist — Montgomery, Myers, Cornell, Box & Hunter, Scheffé, Jones & Nachtsheim, McCullagh & Nelder und andere.

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